Neulich in der Jugendkirche ...

Seminar für junge Kirchenvorstände – Fr. 19.01.2018

 

 

 

„READ-SPEAK-PRESENT“

Ein Persönlichkeitstraining für junge Kirchenvorstandsmitglieder, Jugenddeligierte und Ehrenamtliche der evangelischen Jugend,  der besonderen Art in der Evangelischen Jugendkirche Wiesbaden

Neugierig kamen gut zwanzig junge Leute am Freitagabend in der Evangelischen Jugendkirche zusammen, um sich in neuen Rollen auszuprobieren.

Stell dir einmal vor, begann der Referent Uwe Hausy von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt und gleich bist du mit der Schriftlesung an der Reihe. Schließlich gehst du nach vorne und blickst in die Gesichter der Gemeinde. Du bist aufgeregt, deine Knie sind weich und du hoffst, dass du diese eine schwere Stelle ohne holpern meistern wirst.

Mit der Veranstaltung „READ-SPEAK-PRESENT“ wurde sich mit genau dieser Situation auseinandergesetzt. In Kleingruppen wurde sich über bereits gemachte Erfahrungen im Präsentieren und Auftreten vor Gruppen ausgetauscht.

Daran anschließend konnte gezielt auf die individuellen Kompetenzen eingegangen werden, um sich in seinen persönlichen Fähigkeiten zu steigern. Dazu zählte die Körperhaltung beim Auftreten vor Publikum genauso, die Gestik und Mimik sowie die Lesegeschwindigkeit. Mit praktischen Übungen konnten sich alle Teilnehmenden ausprobieren und von den Rückmeldungen der Gruppe profitieren.

Der Spiel- und Theaterpädagoge Uwe Hausy vom Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gestaltete das Seminar am vergangenen Freitagabend, den 19. Januar 2018, in der Evangelischen Jugendkirche. Er ging behutsam auf individuelle Stärken und Schwächen der Teilnehmenden ein. Kleine Geschichten aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz sorgten für Aufheiterung und dienten gleichzeitig als Inputs für folgende Aufgaben. Mit lehrreichen Tipps und Tricks, die weit über das Präsentieren und freie Reden vor Gruppen hinausgingen, ist ein gelungener Abend zu Ende gegangen. Ein lohnendes Projekt, von dem die jungen Leute auch weit über eine Mitwirkung im Gottesdienst hinaus bei jedem öffentlichen Auftreten profitieren werden.

 

Christmette – So. 24.12.2017

„Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles, was die junge Frau noch besaß… „, so beginnt die schönste Liebesgeschichte der Welt. Die Geschichte des jungen Paares Della und James, die, arm wie die Kirchenmäuse, jeweils ihren wertvollsten Besitz verkauften, um dem geliebten Partner eine Freude zu bereiten. Es ist …. das „Geschenk der Weisen“.

Jugendliche und Konfirmanden*innen führten dieses Theaterstück im Rahmen der diesjährigen Christmette auf. Sie haben den Gottesdienst mit großem Engagement vorbereitet und ihn mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern am Heiligen Abend gefeiert. Für viele Gäste ist dieser 23 Uhr Gottesdienst, bereits zu einem unverzichtbaren Abschluss des Heiligen Abend geworden. Die Wärme, die die weihnachtlich illuminierten Kirche ausstrahlt, lässt zur Ruhe kommen und Geborgenheit spüren. Louisa Wenderoth und Band, sowie Thomas Schermuly und Konfirmanden, haben den Gottesdienst musikalisch begleitet.

Jugendgottesdienst & Lichtskulpturen So. 03.12.2017

 

 

 

 

 

 

 

Im Jugendgottesdienst zum 1. Advent ist Martin Biehl aus der Jugendkirche verabschiedet worden. Biehl wechselt zum Jahresbeginn auf eigenen Wunsch in den Pluspunkt Erbenheim der evangelischen Paulusgemeinde und wird Nachfolger von Werner Helbig. Der 38-Jährige, der neben der Jugendkirche noch in zwei Kirchengemeinden im Rheingau als Gemeindepädagoge tätig war, bleibt zwar im evangelischen Dekanat, aber lässt nun die Jugendarbeit hinter sich. Jugendpfarrerin Astrid Stephan gibt ihm zum Abschied Gottes Segen mit und sagt: „Du hast uns geholfen, hier mit der Jugendkirche voran zukommen. Dafür möchten wir dir danken.“ Der Sozial- und Religionspädagoge war maßgeblich für das Open-Air-Kino vor der Jugendkirche verantwortlich, hat beim Biebricher Höfefest mit angepackt, Silence-Dance-Partys in der Kirche organisiert und unter anderem Judy Bailey, Samuel Harfst und Samuel Koch in die Jugendkirche geholt.

Trotz eines Abschiedes freut sich das Evangelische Stadtjugendpfarramt (Stajupfa) über zahlreiche neue Teamerinnen und Teamer, die in diesem Jahr die Ausbildung zum Jugendleiter (Juleica) abgeschlossen haben.  „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – dieses Hermann-Hesse-Zitat gibt Dekanatsjugendreferent Klaus Kosmehl den Jugendlichen mit auf den Weg und macht ihnen Mut: „Ihr habt die Juleica-Ausbildung beendet, für euch fängt jetzt was Neues an. Bei diesem Anfang wollen wir euch begleiten, will aber auch Gott euch begleiten, denn er hält uns in seiner Hand.“  Die neuen Teamerinnen und Teamer haben die Juleica- Ausbildung nach festgeschriebenen Standards beim Stajupfa absolviert. Dabei haben sie sich mindestens 30 Stunden mit Gruppenpädagogik, Aufsichtspflicht, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, Methoden und vielen anderen Themenbereichen beschäftigt.

„Mein heiliges Etwas“ – mit  diesem Thema haben sich Auszubildende des Bereichs Veranstaltungstechnik der Wiesbadener Friedrich-Ebert-Schule künstlerisch auseinandergesetzt. Die von ihnen geschaffenen Licht- und Rauminstallationen wurden nach dem Gottesdienst in der Evangelischen Jugendkirche ausgestellt.

Die Azubis haben sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise angenähert: Ein Baum aus Neonröhren steht in der einen Ecke der Kirche, woanders ist ein übergroßes Smartphone aufgestellt, im Innern einer riesigen blauschimmernden Iris läuft ein Film über ein Kind in der Endlosschleife. Die Vielfalt, mit der die Skulpturen und Installationen, das Thema umsetzen, ist groß: Da ist die Natur, die heilig scheint, der Sehsinn, das subjektive Denken, das Smartphone, das längst zur Ersatzreligion geworden ist, der Zeitstrom und das Werden und Vergehen werden thematisiert. Oft geht es in den Skulpturen darum, Dinge in ein anderes, in ein neues Licht zu setzen und damit die Perspektive zu verändern. So kann man in dem ausgestellten Bild eines Baumes zwei Gesichter erkennen. Je nachdem, wie man die Beleuchtung einstellt, treten entweder der Baum oder die Formen des menschlichen Kopfes stärker hervor.

Eines der beeindrucktesten Exponate ist eine Skulptur, die ebenfalls gekonnt mit Licht und Schatten spielt: Unterschiedliche aus Styropor geformte Gebilde sind wirr durcheinander auf einem Podest aufgespießt – sie sollen die Menschen in ihrer Verschiedenheit und Individualität symbolisieren. Strahlt man die Formen mit einer Leuchte an, bilden sie an der Wand den Schatten einer Taube – das Symbol des Heiligen Geistes. Inspiriert wurde das Team, das die Skulptur geschaffen hat von Ludwig Feuerbachs Projektionstheorie: „Der Mensch projiziert sich selbst auf eine ideelle Gottheit. In der heutigen Zeit erkennen wir viele solcher Projektionen, die im Alltag ausgelebt werden“, so heißt es im Erklärtext zur Skulptur. Ist Gott also nur eine Projektion des Menschen? Erkennt man das Göttliche nur, indem man das Ganze betrachtet oder beleuchtet? Und wer oder was ist der Beleuchter?

Die Kooperation zwischen der Friedrich-Ebert-Schule und dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt besteht bereits seit mehreren Jahren. Zum dritten Mal haben Auszubildende aus der Klasse von Lehrer Kai Grumpe zu einem Thema künstlerisch gearbeitet und die fertigen Exponate dann in der Jugendkirche ausgestellt. Dass gerade bei diesem Thema der sakrale Raum der perfekte Ausstellungsort ist, darin sind sich Jugendpfarrerin Astrid Stephan und Kai Grumpe einig: „Die Exponate wirken hier in diesem Raum noch mal ganz anders“, finden beide und sind sich sicher, dass die Kooperation zwischen Schule und Kirche im nächsten Jahr weitergehen wird.   

KonGo – der Konfi-Gottesdienst – Fr. 03.11.2017

Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem gesamten Evangelischen Dekanat Wiesbaden haben am Freitag (3.11) in der Jugendkirche in Biebrich gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Der „KonGo“ wird traditionell einige Monate nach dem Konfi-Camp gefeiert. Hier kommen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Camps mit ihre Pfarrern und den betreuenden Jugendlichen zusammen. Eingeladen sind aber auch Gruppen, die beim Camp nicht dabei sein konnten.

Das Besondere: Die Jugendlichen des Evangelischen Stadtjugendpfarramtes (Stajupfa) gestalten den Gottesdienst komplett selbständig. Die Stajupfa-Band hat dem Abend den richtigen Rhythmus verpasst.  Der Gottesdienst, in der mit 200 Menschen gut gefüllten Oranier-Gedächtnis-Kirche, stand unter dem Thema „Du bist das Licht“.

Einander Licht in die Dunkelheiten des Lebens bringen – das war Botschaft und Aufforderung zugleich. In vielen Facetten wurde symbolisch mit dem Gegensatz von Licht und Dunkelheit gespielt. So begann der Abend mit einem inszenierten Stromausfall und einer stockfinsteren Kirche, später konnte jeder eine Kerze anzünden und auf den Altar stellen.

In einem kurzen Anspiel haben sich zwei Klassenkameradinnen, die bisher nicht miteinander befreundet waren, einander zugewendet und gemerkt, wie schön es sein kann, wenn es gelingt füreinander da zu sein. „Jesus“, so eine der Jugendlichen, „habe das einmal so gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.‘ Jesus will uns damit Mut machen und sagen, dass wir nie alleine sind – wie dunkel manche Momente in unserem Leben auch sind.“

Der Konfi-Gottesdienst endete traditionell mit einem Video vom Konfi-Camp. Am Ausgang konnte man ein bisschen vom Licht mitnehmen, es gab für alle eine kleine Taschenlampe – und für jede Gemeinde eine DVD mit einem Film und Fotos vom Konfi-Camp.

Abend der Vielfalt – Fr. 08.09.2017

Den Anfang des Abends der Vielfalt gestaltete eine aramäische Band aus Wiesbaden, die die Gäste mit ihren Songs, teils in arabischer Sprache, begeisterte. Anschließend gab es einen Mix aus Musik und Poesie: Die Singer- und Songwriterin LOUISA WENDEROTH spielte selbstkomponierte Songs, zwischen denen Jugendliche Texte von geflüchteten Schriftstellern lasen. Das Abend der Vielfalt war ein Abend mit guter Musik und textlichem Tiefgang, den die Gäste in der stimmungsvoll illuminierten Kirche genießen konnten.

Der Weg, eine interaktive Ausstellung – 21. bis 31.08.2017

Die 13-jährige Emine von der Hermann-Ehlers-Schule aus Wiesbaden-Erbenheim blätterte in ihrem roten Pass. Aus Emine wurde für zwei Stunden Luludja – ein 12-jähriges Mädchen aus Rumänien mit vier Geschwistern. Luludja ist ein Roma-Mädchen und würde gerne in Deutschland Asyl beantragen, weil sie in ihrem Heimatland verfolgt wird. Jetzt muss sie sich nicht nur von Rumänien nach Deutschland durchschlagen, sondern ist auch darauf angewiesen, von den deutschen Behörden angehört zu werden und Asyl gewährt zu bekommen. Was Luludja auf ihrem langen Weg bis zum Asylantrag erlebt, das fühlte und spielte Emine aus Erbenheim in der Ausstellung nach. „Der Weg“ hieß die interaktive Ausstellung, die in der Evangelischen Jugendkirche in Biebrich zu erleben war. Für die Ausstellung hatte sich der Altarraum in mehrere Erlebnisräume verwandelt, die mit Bauzäunen voneinander getrennt wurden. Irgendwo stand ein Schlauchboot, Pappen und Teppichreste lagen auf dem Boden herum. An den Zäunen hingen großformatige schwarz-weiß Fotos – sie zeigten Menschen, die auf der Flucht sind, die sich mühsam über einen schmalen Pfad durch ein Gebirge kämpfen, die aus Zugfenstern winken, vor Behördentüren warten oder in schmutzigen Hallen auf Pappe schlafen. Es sind Szenen, die man aus den Nachrichten kennt. Bedrückend wirkten diese riesigen Aufnahmen vor der Kulisse des Kirchenraums. Die Bauzäune ließen einen unweigerlich an Stacheldraht und Grenzzäune denken. In Gruppen wurden insgesamt circa 300 Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung geführt. In den einzelnen Erlebnisräumen der Ausstellung spürten die Schülerinnen und Schüler emotional nach, was es heißt, aus der Heimat fliehen zu müssen: Sie erlebten banges Warten, Hoffnung und Rückschläge, kamen mit Schleusern in Kontakt, mit korrupten Arbeitgebern und schroffen Beamten. Sie drängten sich an einer Station in einem zu kleinen Boot woanders in einem LKW-Container, und sie mussten eine Grenze überwinden. Am Ende bekommen sie eine Chance auf Asyl – oder werden abgewiesen. Der 13-jährige Celal erklärt: „Jetzt wissen wir, wie sich diese Flüchtlinge fühlen.“ Sören Dibbern ist froh, dass die Ausstellung erfolgreich lief: „Ich finde es wichtig, die Jugendlichen nicht nur mit Informationen zu berieseln, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in die Situation von Flüchtenden wirklich hineinzuversetzen.“ Das spannende sei, so Sören Dibbern, dass die Ausstellung keine Lösungen anbiete: „Wenn der Schlepper mehr Geld will oder der beste Freund plötzlich krank wird, dann stehen sie halt da. Sie sollen das nachempfinden, sollen sich mit der Situation auseinandersetzen. Ich wünsche mir, dass es einfach die Wahrnehmung und das Verständnis schärft.“

Open-Air-Kopfhörer-Kino – 21.07.2017 – 11.08.2017

An vier Freitagabenden in den Sommerferien fand auf der Wiese vor unserer Jugendkirche ein Open-Air-Kino statt. Auf einer 20 Quadratmeter großen Leinwand wurden aktuelle Filme gezeigt. Gemütliche Liegestühle, kühle Getränke und Snacks sorgten für den richtigen Rahmen. Die Lautstärke des Kinofilms konnten die Besucher ganz individuell bestimmen, denn: Der Ton des Filmes wurde über Funkkopfhörer gesendet, die am Eingang zum Open-Air-Kino kostnlos ausgegeben wurden. Es waren stimmungsvolle Abende mit ganz unterschiedlichen Filmen. Echt sehenswert 😉 

Biebricher Höfefest – Fr. 26.05.2017

Am Freitag, den 26. Mai 2017 boten wir auf unserem Außengelände Live-Musik, Liegestühle zum relaxen und kühle Getränke. Darüber hinaus schenkte der Förderkreis der Jugendkirche leckeren Sekt und der Chor der Oranierkirche, Chorage, frisch zubereitete Cocktails an der Cocktailbar.  Ein Konzept, das voll aufging. Bei herrlichen Sonnenschein strömten hunderte Menschen auf unseren Hof, um gemeinsam einen tollen Abend zu genießen. Um 19:00 Uhr eröffnete der Wiesbadener Singer- und Songwriter CHRIS & TAYLOR unsere Live-Bühne. Wie bereits vor zwei Jahren begeisterte der charmante Sänger das Publikum. In diesem Jahr mit Songs in deutscher Sprache und mit Texten über Aufbruch, Ungewissheit und Abenteuerlust. Im Anschluss, gegen 20.30 Uhr, übernahm die Wiesbadener Band STADTGEFLÜSTER um die stimmgewaltige Frontfrau Kristin Lohse mit Gitarre, Cajon und Gesang einen bunten Mix aus Oldies und Charthits und Evergreens die Musikunterhaltung. Das Wiesbadener Trio konnte auf unserem Hof vollends zu überzeugen. Neben groovigen und Souligen Stücken, mit denen die Sängerin Kristin das Publikum begeisterte, sorgte auch das ein oder andere ruhigere Lied für echte Gänsehautmomente.

Eco City – 12.05.2017 – 23.05.2017

Eco-City Erlebnisausstellung
Vom 12. bis 23. Mai 2017 fand zum  dritten Mal zusammen mit der Schulsozialarbeit Wiesbaden die Mitmach- und Erlebnisausstellung Eco City statt. Über 500 Jugendliche erlebten und erprobten an verschiedenen Stationen ihr eigenes Konsumverhalten in Bezug auf Energie und Ressourcenverbrauch. Wo kommt meine Kleidung her? Was wird wie recycelt, wieviel Strom kann ich durch Fahrhrradfahren erzeugen? Das waren nur einige Fragen, auf die EcoCity Antwort geben konnte und so den Jugendlichen Impulse für einen schonenden Umgang mit Ressourcen der Erde geben.

Osternacht – Sa. 15.04.2017

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Politische Situation prägt Osternacht der Evangelischen Jugendkirche Wiesbaden. Um Mitternacht hörte man die Glocke und den lauten Gesang der „Nachbarn“: „Das ist die griechisch-orthodoxe Gemeinde“, erklärte Stadtjugendpfarrerin Astrid Stephan. „Nicht oft fällt das orthodoxe Fest mit unserem Osterfest zusammen.“ So begegneten die evangelischen Christen, die die Osternacht in der Evangelischen Jugendkirche gefeiert hatten, in den Straßen von Biebrich vielen Griechen, die ebenfalls brennende Kerzen nach Hause trugen. Auch der Osternachtgottesdienst in der Oranier-Gedächtniskirche hatte mit dem Entzünden von Kerzen geendet, und in einer Feuerschale vor der Kirche wurden Klagen und Probleme, die auf Zettel geschrieben waren, feierlich verbrannt und mit dem Rauch gen Himmel geschickt. Das Team des Stadtjugendpfarramtes hatte zahlreiche kleine Aktionen wie diese vorbereitet, um die zweieinhalbstündige Osternachtfeier zu einem stimmungsvollen  Fest werden zu lassen. Auch wenn es nur ungefähr zwei Dutzend junge und ältere Besucher waren, die zu der Veranstaltung unter dem Motto „Back to Life“ gekommen waren, gelang es sehr gut, eine wunderbare Atmosphäre in der speziell beleuchteten Kirche zu erzeugen. „Viele sind in ihren eigenen Gemeinden und feiern die Osternacht“, erklärte Astrid Stephan den vergleichsweise geringen Besuch der Veranstaltung. Die, die da waren, hörten Texte und Lieder  von Dietrich Bonhoeffer und den „Ärzten“, von Gregor Meyle und Andreas Bourani , gefühlvoll vorgetragen von der fünfköpfigen Band des Stadtjugendpfarramts. An mehreren Stationen vor und in der Kirche gestalteten Astrid Stephan und die Jugendlichen verschiedene Themenfelder, in diesem Jahr vor allem mit politischem Inhalt. Warum reagieren derzeit so viele Menschen gewalttätig auf die Herausforderungen der Zeit? Was können wir dagegen tun? Was wünschen wir uns für eine friedlichere Zukunft? Das wurde nicht nur in Worte gefasst, sondern auch kreativ gestaltet. Die Besucher konnten eine eigene kleine Osterkerze verzieren oder ein Beton-Ei mit einem Wunsch beschreiben. In einem Text von Dietrich Bonhoeffer kam zum Ausdruck, dass „Dummheit ein gefährlicherer Feind des Guten ist als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. … Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen.“ Diese Worte, die der Theologe vor seiner Ermordung 1945 im Gefängnis schrieb, klingen heute aktueller denn je. Dass Populismus und Gewalt keine Lösung sein können, brachten die Jugendlichen in ihren Gebeten und Fürbitten eindrucksvoll vor. Sie trugen ein Kreuz zum Altar, das sie vorher mit Stacheldraht umwickelt hatten. Zu Worten aus der Bergpredigt rissen sie eine symbolische Mauer aus Kartons ein. Raum für Stille und für das persönliche Gespräch wurde den Besuchern des ungewöhnlichen Osternachtgottesdienstes ebenfalls gegeben. Mit einer farbenfrohen Beleuchtung und vielen Kerzen gab es auch optisch die passende Untermalung für die meditativ-feierliche Stimmung der Nacht.  Als zum Beginn des Ostermorgens die Lichtstimmung sich änderte und sehr passend die Glocke der griechischen Nachbargemeinde läutete, erklang das Schlusslied  – ungewöhnlich für einen Gottesdienst, aber doch eigentlich durchaus passend zur österlichen Freude: „Always look at the bright side of life!“ Bericht und Fotos: Anja Baumgart-Pietsch