Neulich in der Jugendkirche ...

Biebricher Höfefest – 1.06.2018

„Herzlich willkommen beim Biebricher Höfefest hier vor der Oranier-Gedächtniskirche“, begrüßte Jugendpfarrerin Astrid Stephan das bunt gemischte Publikum am Freitagabend – einem lauen Frühsommerabend, der wie gemacht war für ein Open-Air-Konzert. Da sich viele eingefunden hatten, die den syrisch-palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad erleben wollten, die nicht zum „Stammpublikum“ der Jugendkirche gehörten, erklärte sie: „Wenn wir hier sind, ist das die Evangelische Jugendkirche Wiesbaden.“ Es sei keine leichte Kost, die geboten werde, und sie passe nicht unbedingt zum Höfefest. „Aber für uns, die wir uns für Geflüchtete engagieren, passt es“, versicherte Astrid Stephan.

Zwischen den Musikstücken von Aeham Ahmad trat die Pfarrerin in einen deutsch-englischen Dialog mit ihm. Er versteht zwar Deutsch, spricht es aber nicht gut genug, um auf Deutsch zu antworten. Er komme wegen seiner Auftritte zu wenig zum Deutschlernen, gab er schmunzelnd als Entschuldigung an. Der Wiesbadener Schauspieler Pascal Fey – ein Ehrenamtlicher des Stadtjugendpfarramts – las Passagen aus der im vergangenen Jahr erschienen Autobiografie von Aeham Ahmad „Und die Vögel werden singen“, was dem Konzert zusätzlich ein nachdrückliches Gewicht verlieh. Das Buch beginnt mit einem Bild, das um die Welt ging: Aeham Ahmad sitzt inmitten der Trümmer in Yarmouk, spielt Klavier und singt. Yarmouk ist ein Stadtviertel in Damaskus, in dem überwiegend Geflüchtete aus Palästina und deren Nachfahren wohnen. So wie der staatenlose Aeham Ahmad, der in einer liebevollen Musikerfamilie aufgewachsen ist, Musik und Musikpädagogik studiert, angefangen hat, als Musiklehrer zu arbeiten und gerade einen florierenden Musikinstrumentenladen eröffnet hat. „Bis der Krieg kam und alles zerstörte. Bis eine Granate mir die Sehne zweier Finger durchschnitt. Bis ein Mädchen neben meinem Klavier erschossen wurde. Bis der IS mein Klavier verbrannte. Bis ich in den Kerker geworfen wurde. Bis ich abhauen konnte“, las Pacal Fey aus Ahmads Buch.

Er las auch die Passage von Ziad, einem Honigverkäufer aus Leidenschaft, der einen Doktortitel hatte und Ahmad einen Text gegeben hatte, in dem er den Tod seiner hochschwangeren Frau verarbeitet hatte. Sie war auf dem Weg in die Klinik gestorben, weil Soldaten sie am Checkpoint nicht durchließen. „Ich habe meinen Namen vergessen“, heißt das Gedicht, das Aeham Ahmad vertont hatte und es dem Höfefest-Publikum vorspielte. „Nasitu ismi“, ist der arabische Titel. Das ganze Konzert war eine Mischung aus Eigenkompositionen mit arabisch gesungenen Texten und Medleys aus klassischer Musik: Beethoven, Bach, Mozart, Debussy. Astrid Stephan führte in ihren Fragen und Erläuterungen durch Ahmads Leben, sprach die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in Syrien an, seine abenteuerliche Flucht im Jahr 2015. Sie sprach mit über seine Eltern, die er zurücklassen musste, seine Frau Tahani, eine Kunstlehrerin, die mit den beiden kleinen Söhnen 2016 nach Wiesbaden nachkommen durfte und seine Erfolge als international gefragter Pianist, obwohl er durch die schwere Verletzung seiner Hand eigentlich kein Klavier spielen dürfte.

Das Publikum lauschte aufmerksam den Worten und der Musik, und nach dem lang anhaltenden Schlussapplaus spielte Aeham Ahmad die „Ode an die Freude“ aus der neunten Sinfonie von Beethoven und forderte das Publikum auf, mitzusingen. „Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“, heißt es darin – ein Kontrast zu den Grausamkeiten des Krieges, die an diesem Abend nicht ausgespart wurden. Vielleicht auch eine Bestätigung für den wundersamen Werdegang Aeham Ahmads, der keinen Hehl daraus machte, wie glücklich und dankbar er – bei aller Zerrissenheit – ist, dass er und seine Familie in Deutschland Aufnahme gefunden haben und dass er seine Sehnsucht nach Frieden bei den Konzertauftritten verbreiten darf. „Da hat sicher Gotts eine schützende Hand über dir gehalten, dass du hier in Wiesbaden gelandet bist. Wir sind froh, dass du hier bist und du bist uns mit deiner Familie willkommen“, versicherte ihm Astrid Stephan.

Anschließend wurde Aeham Ahmad noch von vielen Menschen umringt, umarmt und in Gespräche verwickelt. Auch war er noch eine Weile damit beschäftigt, sein Buch zu signieren, das auf einem Büchertisch verkauft wurde.

Chris & Taylor bestritt den zweiten Teil des Konzerts

Nach einer Pause bestritt Chris & Taylor den zweiten Teil des Abends, gemeinsam mit Elias Tontsch, der ihn mit Gitarre und Gesang begleitete. Inzwischen ist Chris & Taylor so bekannt und gefragt, dass nicht mehr erklärt werden muss, dass Taylor seine Gitarre gleichen Namens ist. Mit seinen feinfühligen deutschen Texten gelang dem Liedermacher die Fortsetzung des Open-Air-Konzerts in einer unbeschwerten Atmosphäre. Chris & Taylor singt von Liebe, Abschied und Rückkehr und greift auch gesellschaftliche Themen auf, so beispielsweise in dem Lied „Meine Haut“. „Den Song habe ich geschrieben, weil ich der Meinung bin, dass man Menschen nach ihren Worten oder Taten beurteilen – oder auch verurteilen – sollte, aber nicht nach ihrer Hautfarbe“, merkte er an. „Das ist kein ganz revolutionärer Gedanke, aber einer, den manche Menschen sich heute nochmal in Erinnerung rufen sollten.“ Das Duo erhielt nach jedem Stück begeisterten Beifall.

Wie schon im ersten Teil des Abends wurden die Gäste gut bewirtet mit Flammkuchen, Laugengebäck, Sekt, Cocktails und alkoholfreien Getränken durch das Team des Stadtjugendpfarramts, des Fördervereins der Jugendkirche und durch Chormitglieder von Chorage.

Eco City 28.05. – 08.06.2018

Vom 28. Mai bis 8. Juni 2018 fand zum vierten Mal zusammen mit der Schulsozialarbeit Wiesbaden die Mitmach- und Erlebnisausstellung Eco City statt. Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 an Schulen mit Schulsozialarbeit konnten an verschiedenen Stationen ihr eigenes Konsumverhalten in Bezug auf Energie und Ressourcenverbrauch erleben und erproben . Wo kommt meine Kleidung her? Was wird wie recycelt, wieviel Strom kann ich durch Fahrradfahren erzeugen? Anmeldungen bitte an Sören Dibbern.

Aufgrund von Terminüberschneidungen mit dem Biebricher Höfefest und dem Jugendkirchentag der EKHN fand die Ausstellung in diesem Jahr jedoch nicht in der Jugendkirche, sondern in der Biebricher Riehl-Schule statt.

Osternacht – Sa. 31.03.2018, 22.00 – 0.30 Uhr


„Herzlich willkommen zur Feier der Osternacht in der Evangelischen Jugendkirche“, begrüßte Jugendpfarrerin Astrid Stephan die rund 40 Jugendlichen und Erwachsenen, die am Karsamstagabend zum Mitfeiern und Miterleben in die Oranier-Gedächtnis-Kirche nach Wiesbaden-Biebrich gekommen waren. Vor der Kirche brannte bereits das Osterfeuer. „Das größte Osterfeuer brennt im Kulturzentrum Schlachthof, aber das ist ohne christlichen Bezug“, merkte sie an. Sie hingegen hatte mit vier Konfirmandinnen und Konfirmanden, dem Pädagogen für die Jugendkirche, Sören Dibbern, und einem Team des Stadtjugendpfarramts eine Feier vorbereitet, in der sich an verschiedenen Stationen drinnen und draußen Anregungen zum Mitmachen und Zeit zum persönlichen Nachdenken abwechselten. „Back to life“ war das Motto, das sich durch die Osternacht zog – vom Leben in den Tod und wieder zurück zum Leben. Ganz nah am Kreuzweg Jesu und ganz nah bei sich selbst durften die Mitfeiernden sein.

„Ist da jemand, der mein Herz versteht? Und der mit mir bis ans Ende geht? Ist da jemand, der noch an mich glaubt? Ist da jemand? Ist da jemand?“, ertönte die Stimme der Sängerin durch die spärlich beleuchtete Kirche. Die Musik der Band, die Lieder, die eindringlich vorgetragenen Texte dienten dazu, das Erleben von Verrat, Verlassensein, Angst und Tod nachzufühlen, und genauso auch Auferstehung und Hoffnung zu spüren.
Einen wichtigen Beitrag dazu lieferten fünf großformatige Gemälde an fünf Stationen, geschaffen von Heidi Bochenek, einer Ehrenamtlichen aus dem Stadtjugendpfarramt. „Im Garten“ war der Titel des in Grüntönen gehaltenen Bildes an der ersten Station. Amelie las den Text zu dieser Station im Garten Gezehmaneh – so wie er in der Bibel steht.
Die Jugendlichen lasen im Wechsel an allen Stationen Texte aus der Bibel, Gebete von Dietrich Bonhoeffer und andere Texte; daran schloss sich jeweils das Gebet von Pfarrerin Astrid Stephan an. „Ich bin Judas. Du bist Judas. Wir sind Judas. Wir haben verraten. Wir haben Schicksal gespielt. Auch wir haben schon einmal einen Freund, eine Freundin verraten. (…) Wir bekennen vor dir, Gott, unsere Schuld und schreiben sie uns von der Seele.“
Sich etwas von der Seele schreiben – das war eine besondere Erfahrung, die alle Mitfeiernden machen durften. Am Anfang war bei den Besuchern noch Zögern zu spüren, doch immer mehr Mitfeiernde trauten sich bei den einzelnen Stationen mit Kreide auf die Gemälde zu schreiben. Die Bilder hießen „Die Verleugnung“, „Ich wasche meine Hände in Unschuld“, „Kreuzigung“ und „Am leeren Grab“. Schuldbekenntnisse, Ängste, Wünsche, Hoffnungen und Worte des Danks wurden aufgeschrieben: „Angst vor Einsamkeit“ „Mut, mich unbeliebt zu machen“, „Stärke und Mut, anderen zu helfen“, „Jeden Tag als neue Chance zu sehen“.
Feierlich wurde der frühe Ostermorgen in der Kirche begangen – mit gemeinsamen Gebeten, Liedern, dem Segen, dem Anzünden der Osterkerzen und dem Verteilen von Kerzen an alle Mitfeiernden.

Für Amelie, Paula, Luca und Charlotte war es ein besonderes Ereignis, denn die vier Konfirmanden gestalteten die Osternacht maßgeblich mit. „Ich fühle mich sehr wohl in dieser Kirche“, sagte Paula. „Und ich freue mich, dass wir uns in der Konfi-Gruppe wiedergefunden haben, denn wir kennen uns schon vom Kindergarten.“ Für die vier Konfis war die Nacht kurz, denn sie gestalteten auch den Gottesdienst am Ostermorgen um 6 Uhr in der Oranier-Gedächtnis-Kirche mit. „Deshalb gehen wir auch nicht mehr nach Hause. Wir übernachten im Gemeindehaus“, verriet Luca. Mit Ostereier- und Osterhasensuchen auf dem Rasen vor der Kirche ging die besinnliche und hoffnungsfrohe Osternachtfeier der Jugendkirche zu Ende, nachdem ehrenamtliche Mitwirkende aus dem Stadtjugendpfarramt noch ihre Kunst im Feuerspucken bewiesen hatten.

Nacht der Lichter – So. 18.02.2018

Zu einer Nacht der Lichter trafen sich gut 50 Taizé-Begeisterte in der Evangelische Jugendkirche Wiesbaden. In der wunderschön mit Kerzen und Tüchern dekorierten Kirche wurde dieser von Taizé-Gesängen und -Gebeten  getragene ruhige und stille Gottesdienst so gefeiert wie in der ökumenischen Kommunität in Frankreich – mit Kerzen und stillem Gebet am Kreuz. Die Teilnehmenden konnten sich in bereitliegende warme Decken hüllen und nahmen entweder auf dem Boden oder in den Bänken Platz.

Tolle Sänger und Sängerinnen trugen zur meditativen Atmosphäre bei. Malte Kuckel am Klavier führte die Anwesenden ruhig und sicher durch den Gottesdienst.

Zu der von der katholischen Jugendkirche KANA und dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt gemeinsam veranstalteten Nacht der Lichter versammeln sich junge und junggebliebene Menschen aller Generationen im Wechsel in der Evangelischen und Katholischen Jugendkirche – im November ist wieder die Katholische Jugendkirche KANA Gastgeberin.

Beide fahren dieses Jahr auch wieder in ökumenischer Gemeinschaft zusammen nach Taizé:
5. bis 8. Juli: KANA, Stajupfa und BmPPD, christlich-muslimische Begegnungstage, 17–27 Jahre
22 bis 29. Juli: KANA und Stajupfa, 15–27 jährige – mehr Infos gibt es hier.

Auf Wunsch von Teilnehmenden des Fachtages Jugendgottesdienste der EKHN sind hier Liedblatt (Liedblatt Nacht der Lichter 18) und Textblatt (2018-02-18_NdL) zur weiteren Verwendung hochgeladen. Wer die vorlagen als doc-Datei haben möchte, bitte Mail an Astrid Stephan! Vorlagen und noch viel mehr Infos gibt es auch direkt auf der Homepage von Taizé.

Seminar für junge Kirchenvorstände – Fr. 19.01.2018

 

 

 

„READ-SPEAK-PRESENT“

Ein Persönlichkeitstraining für junge Kirchenvorstandsmitglieder, Jugenddeligierte und Ehrenamtliche der evangelischen Jugend,  der besonderen Art in der Evangelischen Jugendkirche Wiesbaden

Neugierig kamen gut zwanzig junge Leute am Freitagabend in der Evangelischen Jugendkirche zusammen, um sich in neuen Rollen auszuprobieren.

Stell dir einmal vor, begann der Referent Uwe Hausy von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt und gleich bist du mit der Schriftlesung an der Reihe. Schließlich gehst du nach vorne und blickst in die Gesichter der Gemeinde. Du bist aufgeregt, deine Knie sind weich und du hoffst, dass du diese eine schwere Stelle ohne holpern meistern wirst.

Mit der Veranstaltung „READ-SPEAK-PRESENT“ wurde sich mit genau dieser Situation auseinandergesetzt. In Kleingruppen wurde sich über bereits gemachte Erfahrungen im Präsentieren und Auftreten vor Gruppen ausgetauscht.

Daran anschließend konnte gezielt auf die individuellen Kompetenzen eingegangen werden, um sich in seinen persönlichen Fähigkeiten zu steigern. Dazu zählte die Körperhaltung beim Auftreten vor Publikum genauso, die Gestik und Mimik sowie die Lesegeschwindigkeit. Mit praktischen Übungen konnten sich alle Teilnehmenden ausprobieren und von den Rückmeldungen der Gruppe profitieren.

Der Spiel- und Theaterpädagoge Uwe Hausy vom Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gestaltete das Seminar am vergangenen Freitagabend, den 19. Januar 2018, in der Evangelischen Jugendkirche. Er ging behutsam auf individuelle Stärken und Schwächen der Teilnehmenden ein. Kleine Geschichten aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz sorgten für Aufheiterung und dienten gleichzeitig als Inputs für folgende Aufgaben. Mit lehrreichen Tipps und Tricks, die weit über das Präsentieren und freie Reden vor Gruppen hinausgingen, ist ein gelungener Abend zu Ende gegangen. Ein lohnendes Projekt, von dem die jungen Leute auch weit über eine Mitwirkung im Gottesdienst hinaus bei jedem öffentlichen Auftreten profitieren werden.

 

Christmette – So. 24.12.2017

„Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles, was die junge Frau noch besaß… „, so beginnt die schönste Liebesgeschichte der Welt. Die Geschichte des jungen Paares Della und James, die, arm wie die Kirchenmäuse, jeweils ihren wertvollsten Besitz verkauften, um dem geliebten Partner eine Freude zu bereiten. Es ist …. das „Geschenk der Weisen“.

Jugendliche und Konfirmanden*innen führten dieses Theaterstück im Rahmen der diesjährigen Christmette auf. Sie haben den Gottesdienst mit großem Engagement vorbereitet und ihn mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern am Heiligen Abend gefeiert. Für viele Gäste ist dieser 23 Uhr Gottesdienst, bereits zu einem unverzichtbaren Abschluss des Heiligen Abend geworden. Die Wärme, die die weihnachtlich illuminierten Kirche ausstrahlt, lässt zur Ruhe kommen und Geborgenheit spüren. Louisa Wenderoth und Band, sowie Thomas Schermuly und Konfirmanden, haben den Gottesdienst musikalisch begleitet.

Jugendgottesdienst & Lichtskulpturen So. 03.12.2017

 

 

 

 

 

 

 

Im Jugendgottesdienst zum 1. Advent ist Martin Biehl aus der Jugendkirche verabschiedet worden. Biehl wechselt zum Jahresbeginn auf eigenen Wunsch in den Pluspunkt Erbenheim der evangelischen Paulusgemeinde und wird Nachfolger von Werner Helbig. Der 38-Jährige, der neben der Jugendkirche noch in zwei Kirchengemeinden im Rheingau als Gemeindepädagoge tätig war, bleibt zwar im evangelischen Dekanat, aber lässt nun die Jugendarbeit hinter sich. Jugendpfarrerin Astrid Stephan gibt ihm zum Abschied Gottes Segen mit und sagt: „Du hast uns geholfen, hier mit der Jugendkirche voran zukommen. Dafür möchten wir dir danken.“ Der Sozial- und Religionspädagoge war maßgeblich für das Open-Air-Kino vor der Jugendkirche verantwortlich, hat beim Biebricher Höfefest mit angepackt, Silence-Dance-Partys in der Kirche organisiert und unter anderem Judy Bailey, Samuel Harfst und Samuel Koch in die Jugendkirche geholt.

Trotz eines Abschiedes freut sich das Evangelische Stadtjugendpfarramt (Stajupfa) über zahlreiche neue Teamerinnen und Teamer, die in diesem Jahr die Ausbildung zum Jugendleiter (Juleica) abgeschlossen haben.  „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – dieses Hermann-Hesse-Zitat gibt Dekanatsjugendreferent Klaus Kosmehl den Jugendlichen mit auf den Weg und macht ihnen Mut: „Ihr habt die Juleica-Ausbildung beendet, für euch fängt jetzt was Neues an. Bei diesem Anfang wollen wir euch begleiten, will aber auch Gott euch begleiten, denn er hält uns in seiner Hand.“  Die neuen Teamerinnen und Teamer haben die Juleica- Ausbildung nach festgeschriebenen Standards beim Stajupfa absolviert. Dabei haben sie sich mindestens 30 Stunden mit Gruppenpädagogik, Aufsichtspflicht, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, Methoden und vielen anderen Themenbereichen beschäftigt.

„Mein heiliges Etwas“ – mit  diesem Thema haben sich Auszubildende des Bereichs Veranstaltungstechnik der Wiesbadener Friedrich-Ebert-Schule künstlerisch auseinandergesetzt. Die von ihnen geschaffenen Licht- und Rauminstallationen wurden nach dem Gottesdienst in der Evangelischen Jugendkirche ausgestellt.

Die Azubis haben sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise angenähert: Ein Baum aus Neonröhren steht in der einen Ecke der Kirche, woanders ist ein übergroßes Smartphone aufgestellt, im Innern einer riesigen blauschimmernden Iris läuft ein Film über ein Kind in der Endlosschleife. Die Vielfalt, mit der die Skulpturen und Installationen, das Thema umsetzen, ist groß: Da ist die Natur, die heilig scheint, der Sehsinn, das subjektive Denken, das Smartphone, das längst zur Ersatzreligion geworden ist, der Zeitstrom und das Werden und Vergehen werden thematisiert. Oft geht es in den Skulpturen darum, Dinge in ein anderes, in ein neues Licht zu setzen und damit die Perspektive zu verändern. So kann man in dem ausgestellten Bild eines Baumes zwei Gesichter erkennen. Je nachdem, wie man die Beleuchtung einstellt, treten entweder der Baum oder die Formen des menschlichen Kopfes stärker hervor.

Eines der beeindrucktesten Exponate ist eine Skulptur, die ebenfalls gekonnt mit Licht und Schatten spielt: Unterschiedliche aus Styropor geformte Gebilde sind wirr durcheinander auf einem Podest aufgespießt – sie sollen die Menschen in ihrer Verschiedenheit und Individualität symbolisieren. Strahlt man die Formen mit einer Leuchte an, bilden sie an der Wand den Schatten einer Taube – das Symbol des Heiligen Geistes. Inspiriert wurde das Team, das die Skulptur geschaffen hat von Ludwig Feuerbachs Projektionstheorie: „Der Mensch projiziert sich selbst auf eine ideelle Gottheit. In der heutigen Zeit erkennen wir viele solcher Projektionen, die im Alltag ausgelebt werden“, so heißt es im Erklärtext zur Skulptur. Ist Gott also nur eine Projektion des Menschen? Erkennt man das Göttliche nur, indem man das Ganze betrachtet oder beleuchtet? Und wer oder was ist der Beleuchter?

Die Kooperation zwischen der Friedrich-Ebert-Schule und dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt besteht bereits seit mehreren Jahren. Zum dritten Mal haben Auszubildende aus der Klasse von Lehrer Kai Grumpe zu einem Thema künstlerisch gearbeitet und die fertigen Exponate dann in der Jugendkirche ausgestellt. Dass gerade bei diesem Thema der sakrale Raum der perfekte Ausstellungsort ist, darin sind sich Jugendpfarrerin Astrid Stephan und Kai Grumpe einig: „Die Exponate wirken hier in diesem Raum noch mal ganz anders“, finden beide und sind sich sicher, dass die Kooperation zwischen Schule und Kirche im nächsten Jahr weitergehen wird.   

KonGo – der Konfi-Gottesdienst – Fr. 03.11.2017

Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem gesamten Evangelischen Dekanat Wiesbaden haben am Freitag (3.11) in der Jugendkirche in Biebrich gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Der „KonGo“ wird traditionell einige Monate nach dem Konfi-Camp gefeiert. Hier kommen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Camps mit ihre Pfarrern und den betreuenden Jugendlichen zusammen. Eingeladen sind aber auch Gruppen, die beim Camp nicht dabei sein konnten.

Das Besondere: Die Jugendlichen des Evangelischen Stadtjugendpfarramtes (Stajupfa) gestalten den Gottesdienst komplett selbständig. Die Stajupfa-Band hat dem Abend den richtigen Rhythmus verpasst.  Der Gottesdienst, in der mit 200 Menschen gut gefüllten Oranier-Gedächtnis-Kirche, stand unter dem Thema „Du bist das Licht“.

Einander Licht in die Dunkelheiten des Lebens bringen – das war Botschaft und Aufforderung zugleich. In vielen Facetten wurde symbolisch mit dem Gegensatz von Licht und Dunkelheit gespielt. So begann der Abend mit einem inszenierten Stromausfall und einer stockfinsteren Kirche, später konnte jeder eine Kerze anzünden und auf den Altar stellen.

In einem kurzen Anspiel haben sich zwei Klassenkameradinnen, die bisher nicht miteinander befreundet waren, einander zugewendet und gemerkt, wie schön es sein kann, wenn es gelingt füreinander da zu sein. „Jesus“, so eine der Jugendlichen, „habe das einmal so gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.‘ Jesus will uns damit Mut machen und sagen, dass wir nie alleine sind – wie dunkel manche Momente in unserem Leben auch sind.“

Der Konfi-Gottesdienst endete traditionell mit einem Video vom Konfi-Camp. Am Ausgang konnte man ein bisschen vom Licht mitnehmen, es gab für alle eine kleine Taschenlampe – und für jede Gemeinde eine DVD mit einem Film und Fotos vom Konfi-Camp.

Abend der Vielfalt – Fr. 08.09.2017

Den Anfang des Abends der Vielfalt gestaltete eine aramäische Band aus Wiesbaden, die die Gäste mit ihren Songs, teils in arabischer Sprache, begeisterte. Anschließend gab es einen Mix aus Musik und Poesie: Die Singer- und Songwriterin LOUISA WENDEROTH spielte selbstkomponierte Songs, zwischen denen Jugendliche Texte von geflüchteten Schriftstellern lasen. Das Abend der Vielfalt war ein Abend mit guter Musik und textlichem Tiefgang, den die Gäste in der stimmungsvoll illuminierten Kirche genießen konnten.

Der Weg, eine interaktive Ausstellung – 21. bis 31.08.2017

Die 13-jährige Emine von der Hermann-Ehlers-Schule aus Wiesbaden-Erbenheim blätterte in ihrem roten Pass. Aus Emine wurde für zwei Stunden Luludja – ein 12-jähriges Mädchen aus Rumänien mit vier Geschwistern. Luludja ist ein Roma-Mädchen und würde gerne in Deutschland Asyl beantragen, weil sie in ihrem Heimatland verfolgt wird. Jetzt muss sie sich nicht nur von Rumänien nach Deutschland durchschlagen, sondern ist auch darauf angewiesen, von den deutschen Behörden angehört zu werden und Asyl gewährt zu bekommen. Was Luludja auf ihrem langen Weg bis zum Asylantrag erlebt, das fühlte und spielte Emine aus Erbenheim in der Ausstellung nach. „Der Weg“ hieß die interaktive Ausstellung, die in der Evangelischen Jugendkirche in Biebrich zu erleben war. Für die Ausstellung hatte sich der Altarraum in mehrere Erlebnisräume verwandelt, die mit Bauzäunen voneinander getrennt wurden. Irgendwo stand ein Schlauchboot, Pappen und Teppichreste lagen auf dem Boden herum. An den Zäunen hingen großformatige schwarz-weiß Fotos – sie zeigten Menschen, die auf der Flucht sind, die sich mühsam über einen schmalen Pfad durch ein Gebirge kämpfen, die aus Zugfenstern winken, vor Behördentüren warten oder in schmutzigen Hallen auf Pappe schlafen. Es sind Szenen, die man aus den Nachrichten kennt. Bedrückend wirkten diese riesigen Aufnahmen vor der Kulisse des Kirchenraums. Die Bauzäune ließen einen unweigerlich an Stacheldraht und Grenzzäune denken. In Gruppen wurden insgesamt circa 300 Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung geführt. In den einzelnen Erlebnisräumen der Ausstellung spürten die Schülerinnen und Schüler emotional nach, was es heißt, aus der Heimat fliehen zu müssen: Sie erlebten banges Warten, Hoffnung und Rückschläge, kamen mit Schleusern in Kontakt, mit korrupten Arbeitgebern und schroffen Beamten. Sie drängten sich an einer Station in einem zu kleinen Boot woanders in einem LKW-Container, und sie mussten eine Grenze überwinden. Am Ende bekommen sie eine Chance auf Asyl – oder werden abgewiesen. Der 13-jährige Celal erklärt: „Jetzt wissen wir, wie sich diese Flüchtlinge fühlen.“ Sören Dibbern ist froh, dass die Ausstellung erfolgreich lief: „Ich finde es wichtig, die Jugendlichen nicht nur mit Informationen zu berieseln, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in die Situation von Flüchtenden wirklich hineinzuversetzen.“ Das spannende sei, so Sören Dibbern, dass die Ausstellung keine Lösungen anbiete: „Wenn der Schlepper mehr Geld will oder der beste Freund plötzlich krank wird, dann stehen sie halt da. Sie sollen das nachempfinden, sollen sich mit der Situation auseinandersetzen. Ich wünsche mir, dass es einfach die Wahrnehmung und das Verständnis schärft.“